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Resolution gegen die Errichtung einer Bodenaushubdeponie im Weiler „Jauden“ der Gemeinde Angerberg

 

Resolution gegen die Errichtung einer Bodenaushubdeponie im Weiler „Jauden“ der Gemeinde Angerberg –

Unterzeichnet von den Bürgermeistern der Gemeinden Angerberg, Angath, Breitenbach, Langkampfen und Mariastein

Die Fa. Hb Recycling GmbH in Kufstein hat beim Amt der Tiroler Landesregierung – Abteilung Umweltschutz die Genehmigung einer Bodenaushubdeponie in Angerberg beantragt.

Die Deponiefläche wird mit 73.442 m² auf einer Gesamtrodefläche von 7,75 ha und die Schüttmassen mit einer Gesamtkubatur von 490.000 m³ angegeben. Das durchschnittliche jährliche Schüttvolumen beträgt ca. 20.000 bis 30.000 m³, die Projektdauer ist auf 20 Jahre festgelegt. Das gegenständliche Gebiet befindet sich im Ortsteil Edwald, Weiler Jauden südlich des Moosbaches auf den Parzellen 1260, 1261/1, 1279 und 1280/1 der KG 83120 Unterangerberg. Die Anlieferung des Aushubmaterials erfolgt hauptsächlich von firmeneigenen Baustellen mit 3- und 4-Achs-LKW bzw. Sattel-LKW. Die Gesamtzufahrten pro Jahr betragen lt. berechnetem Verkehrsaufkommen rund 3.000 Fahrten. Die Zufahrt erfolgt über die L211 Unterinntalstraße.

Nachdem in Angerberg der Bedarf in diesem Ausmaß weder aktuell noch in absehbarer Zukunft zu erwarten ist und die Baustellen der Fa. Bodner sich sogar weit über die Bezirks- und sogar Landesgrenzen hinaus erstrecken, ist mit diesem Verkehrsaufkommen durch unsere Gemeinden eine enorme Belastung zu befürchten und ist dieses Projekt auf keinen Fall im öffentlichen Interesse. Wir haben uns in der Gemeinderatssitzung vom 28.12.2021 einstimmig gegen diese private Deponie ausgesprochen und werden alle Möglichkeiten im Rahmen unserer Parteistellung ausschöpfen um diese Großdeponie zu verhindern.

 

Der Bürgermeister

Walter Osl 

Rodungsplan Deponie Jauden

 

RESOLUTION

Gegen die Errichtung einer Bodenaushubdeponie

im Weiler „Jauden“ der Gemeinde Angerberg

Die Gemeinden Angerberg, Angath, Mariastein, Langkampfen und Breitenbach sprechen sich mit Nachdruck gegen die geplante Errichtung einer Bodenaushubdeponie im Weiler Jauden der Gemeinde Angerberg aus. Die Umsetzung dieses Projektes mit einem Deponievolumen von 490.000 m³, der Beanspruchung einer Waldfläche von mehr als 7,5 ha und einer vorläufigen Betriebsdauer von 20 Jahren hat nachhaltige negative Auswirkungen auf die Lebensqualität von großen Bevölkerungsteilen der unterfertigten Gemeinden. Erhebliche Nachteile und Gefährdungen würden nicht nur für das gesamte Landschaftsbild und der artenreichen Tier- und Pflanzenwelt in den angrenzenden zahlreichen schützenswerten Flächen und Biotopen entstehen, sondern auch für den sanften Tourismus mit Wandern und Langlaufen im Moosbachtal. Zudem sind negative Auswirkungen auf ein zukünftig nutzbares Trinkwasserreservoirs zu erwarten.

 

Öffentliches Interesse und Notwendigkeit ist nicht gegeben

Die Notwendigkeit einer Deponie für Aushubmaterial im vorgesehenen Ausmaß steht in keinem Verhältnis zum erwarteten Bedarf aus der Gemeinde Angerberg und den angrenzenden Gemeinden. Das zu erwartende Aushubmaterial kann auf einer ca. 200 Meter südlich der geplanten, auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche gelegenen und bis 2028 genehmigten Deponie mit einem Volumen von 55.000 m³ ohne besondere Gefahren deponiert werden. Mit den ebenfalls auf Angerberger Gemeindegebiet befindlichen Deponiestandorten Schöfftal und Ochsental mit einem Gesamtvolumen von 865.000 m³ für den Ausbau der Unterinntaltrasse der ÖBB sind erhebliche Belastungen verbunden. Für die nunmehr beantragte und in keinster Weise im öffentlichen Interesse stehenden zusätzlichen Deponie auf Angerberger Gemeindegebiet wird absolut keine Notwendigkeit gesehen. Auf die Stellungnahme des Landesumweltanwaltes in der Tiroler Tageszeitung vom 27.01.2022 „Tirol hat keinen Bedarf an weiteren Deponien“ wird verwiesen.

 

Zukünftiges Trinkwasserreservoir wird gefährdet

Die Gemeinde Angerberg versorgt im Rahmen der Gruppenwasserversorgungsanlage die Gemeinden Angerberg, Angath und Mariastein mit Trinkwasser. Ebenso bezieht ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Langkampfen Wasser aus dem Ortsnetz. Darüberhinaus besteht eine Verbindungsleitung zur Gemeinde Breitenbach zur gegenseitigen Notversorgung. Das gesamte Netz wird derzeit nur aus den Unterbach-Hagerquellen aus dem Bergmassiv des Buchackers gespeist. Seit längerem ist die Schaffung eines zweiten von der Bergquelle unabhängigen Standbeines für die Trinkwasserversorgung geplant. Als Standort für einen Tiefbrunnen bietet sich das gesamte Moosbachtal mit dem hohen Trinkwasserreservoir an. Entsprechende hydrologische und geologische Erhebungen sind bereits beauftragt. Schadstoffeinträge aus der unmittelbar angrenzenden und in Richtung Moosbachtal geneigten Deponiefläche sind nicht auszuschließen und gefährden in nicht abschätzbaren Maße eine zukünftige Trinkwassernutzung.

 

Belastung der Ortszentren durch Verkehr

Die geografische Lage der Deponie ist denkbar ungünstig und nur über lange Anfahrtswege über Landesstraßen aus dem Inntal erreichbar. Im letzten Abschnitt ist zudem eine neue Zufahrtsstraße mit einer Gesamtlänge von 350 Metern im Wald, in Hanglage und in Nähe eines Gewässers (Tatschbach) zu errichten. Beim angesuchten Deponievolumen ist davon auszugehen, dass im wesentlichen nur Material aus Großbaustellen aus der Inntalfurche abgelagert wird. Alle Anfahrtswege von den Autobahnabfahrten Wörgl Ost und Langkampfen sowie von der Bundesstraße über die Landesstraßen zur Deponie sind länger als 5 Kilometer. Die Anfahrtsroute A (Knoten Langkampfen) belastet das gesamte Ortszentrum in Niederbreitenbach, das Ortszentrum in Mariastein mit Wallfahrtskirche und das Langlauf- und Wandergebiet Moosbachtal sowie in Angerberg ebenso das Moosbachtal mit den Tourismusbetrieben Kraftquelle Schlossblick und Forellenhof. Die Anfahrtsroute B (Knoten Wörgl) belastet das Ortszentrum von Angath, in Angerberg die am dichtesten besiedelten Ortsteile Unholzen und Baumgarten mit Gastronomiebetrieben und dem Sportzentrum sowie das Ortszentrum Linden mit Schule, Kindergarten und allen sonstigen öffentlichen Einrichtungen.

Aus Richtung Breitenbach besteht zwar ein LKW-Verbot, jedoch ist eine erhöhte Verkehrsbelastung mit Großtraktoren zu befürchten.

 

Tourismus und Naherholungsgebiet wird nachhaltig geschädigt

Im Winter zählt das Langlaufgebiet Angerberg/Mariastein zu einem der wenigen, mit dem Tiroler Loipengütesiegel ausgezeichneten Gebiete.

Durch die geplante Deponie kann die Verbindungsloipe zwischen Angerberg Schneerosental (Moosbach) und den angrenzenden Gemeindegebieten Mariastein und Breitenbach nicht aufrechterhalten werden.

Lärmemission und Staubentwicklung durch die Transporte und der Baumaschinen wirkt sich negativ auf das ruhige Erholungsgebiet und den gesamten Naherholungsraum aus.

Ein idyllisches natürliches Landschaftsbild wird somit komplett zerstört. Derzeit noch vorhandene, naturnahe Flächen werden durch die Deponie verändert und heben sich deutliche von den sie umgebenden, unberührten Wäldern ab. Mit dem Blick auf diese riesige Deponiefläche vom Hausberg des Angerbergs, dem Buchacker und dem Hundalmjoch, wird dieser tiefe Eingriff in den Naturraum klar sichtbar werden.

Die Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes geht in diesem Bereich nachhaltig verloren.

 

Der Gemeinderat hat sich mit seinem Beschluss vom 28.12.2021 einstimmig gegen die Errichtung einer Bodenaushubdeponie im Weiler Jauden der Gemeinde Angerberg ausgesprochen und weiß seine Bevölkerung hinter sich. Ebenso haben der Tourismusverband Ferienregion Hohe Salve mit seiner Stellungnahme und die Nachbargemeinden mit ihrer Mitunterfertigung dieser Resolution ihre ablehnende Haltung zu diesem Vorhaben bekundet.

 

 

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