Gemeinde-Chronik

Geographie und Namensgebung
Der Angerberg ist lt. Tiroler Landesarchiv ein geographischer Begriff. Er ist - im weiteren Sinne - ein 18 km langer Mittelgebirgsrücken, welcher sich von der Kramsacher Ache bis unmittelbar vor Niederbreitenbach (Gde. Langkampfen) erstreckt. Im engeren Sinn wird nur das Mittelgebirge zwischen dem Ostteil der Gemeinde Breitenbach am Inn und Angath-Mariastein verstanden. Seine erste urkundliche Erwähnung findet der Angerberg 1190 anlässlich einer Schenkung an das Kloster Baumburg (ca. 12 km nördlich vom Chiemsee gelegen) als Engechterberch. Bei der Bestätigung dieser Schenkung durch Papst Cölestin III. 1195 lautet die Schreibweise Anegatterperge. In Baumburger Handschriften finden sich nach dem Jahre 1194 Aengachterberg, Angatherperge, Angehterperig, Angechterperig und Angachterperg als Schreibarten. Zweifelsfrei leitet sich der Name Angerberg von Angath ab. Für die jetzige politische Gemeinde gibt es Namen Angerberg seit 18.12.1981. Bis zu diesem Zeitpunkt hieß die Gemeinde Unterangerberg. Es wurde übrigens festgestellt, dass der Name Angerberg als amtliche Gemeindebezeichnung im gesamten deutschsprachigen Raum einzigartig ist und nur hier verwendet wird. Somit ist eine Verwechslung des Gemeindenamens Angerberg ausgeschlossen.
Besiedlung und Bevölkerungsentwicklung
Im Mittelalter wurde das untere Inntal und damit sehr wahrscheinlich auch Angerberg bereits im 8. Jahrhundert besiedelt. Der Ort weist bajuwarische Besiedlung auf, da die Formen der Rodungen ganz denen im Münchner Forst gleichen.
Bäuerliche Güter: Für verhältnismäßig günstig gelegene Höfe wie etwa March, Schönsöll, Achleiten, Brudersdorf, Linden, Leiten, Baumgarten, Lieming, Bichl, Schöllengrub und Kronthal dürfte die Erstbesiedlung schon vor der Jahrtausendwende gewesen sein. Eine urkundliche Bezeugung einzelner Bauerngüter des Angerbergs findet man verhältnismäßig spät, erst im 12. Jahrhundert. Eine umfassende Güteraufzählung aus dem Jahre 1416 bietet auch für den Angerberg das Salbuch des Amtes Rattenberg. Darin sind ca. 28 Güter aufgezählt. 1775 sind 71 Güter in den Steuerkatastern genannt. 1900 wurden 977 Rinder, 42 Pferde, 66 Schweine, 19 Schafe, weiters Ziegen, Hühner und Bienen gehalten. 1995 scheinen in der Gemeindestatistik 85 Bauerngüter auf, davon 62 bewirtschaftet. Von diesen wurde laut Viehzählung vom 3.12.1995 folgende Tiere gehalten: 1527 Rinder, 36 Pferde, 163 Schweine, 66 Ziegen, 71 Schafe, 2659 Hühner, 43 Enten.
Die Zahl der Einwohner war bis zum Ende des 2. Weltkrieges nur geringen Schwankungen unterworfen. Erst in den letzten Jahrzehnten stieg die Bevölkerungszahl immer rascher. Im Angerberger Anteil der Großgemeinde Angerberg lebten um 1840 über 500 Einwohner in 101 Häusern. Als eigene Kastralgemeinde wird Unterangerberg seit 1855 geführt.
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1888
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645 Einwohner 1934: 763 Einwohner 1971: 844 Einwohner
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1981
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1122 Einwohner, 270 Haushalte
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1991
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1394 Einwohner, 423 Haushalte
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1993
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1516 Einwohner, 450 Haushalte
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1997
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1661 Einwohner, 540 Haushalte, 400 Wohnhäuser, 76 Bauernhäuser
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| 2008 |
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1746 Einwohner, 670 Haushalte |
Der Bevölkerungszuwachs ist nicht nur auf die natürliche Bilanz von Geburten und Sterbefällen, sondern auch auf die besonders starke Zuwanderung zurückzuführen. Pro Jahr kommen übrigens 5 -10 Neubauten hinzu.
Trink- und Löschwasserversorgung
Die rasante Bautätigkeit wurde mit dem Bau der gemeindeeigenen ca. 30 km langen Trinkwasserleitung in den Jahren 1965 - 1974 mit einer Bausumme von 872.000 Euro eingeleitet. Mitangeschlossen sind die Gemeinden Angath, Mariastein und ein kleiner Teil von Breitenbach. Ausgelegt ist diese Wasserversorgungsanlage für ca. 4000 Personen und 1500 Stück Großvieh. Die Quelle würde für 7000 Personen und 5000 Stück Großvieh reichen. Übrigens sind insgesamt 31 Quellen im Quellkataster der Gemeinde Angerberg erfasst. Neben der 1964 in Betrieb genommenen "Unterbach-Hagerquelle" wurde in den Jahren 1981 - 1983 zur sicheren Trinkwasserversorgung ein zweiteiliger Hochbehälter mit 1100 m2 (=1,1 Mio Liter) Fassungsraum um 218.000 Euro errichtet.
Durch den Einbau einer Entkeimungsanlage 1984 ist eine einwandfreie Trinkwasserqualität gewährleistet. Zur raschen Löschwasserversorgung sind an der Gemeindewasserleitung 96 Hydranten angeschlossen. Außerdem stehen der Feuerwehr noch 7 Löschwasser-Bassins für Löschzwecke zur Verfügung.
Entsorgung
Mit der Kanalisation wurde 1981 im Weiler Linden begonnen. In insgesamt 10 Bauabschnitten wurde das gesamte Kanalprojekt mit einer Gesamtbausumme von ca. 4,1 Mio Euro bis zum Jahr 2008 abgeschlossen. Die geordnete Müllentsorgung wird übrigens seit 1977 durchgeführt. Seit 1997 gibt es auch einen Recyclinghof.
Straßen und Wege
Von den insgesamt 30 km Gemeindestraßen sind 26 km asphaltiert. Die Landstraße nach Angath wurde 1973/74 und nach Mariastein 1990/91 ausgebaut.
Gemeindeeigene Bauobjekte
Schulhaus mit Volksschule: Neubau 1928/29, Renovierung 1978 - 1980, Neubau 2008/09
Gemeindehaus: erbaut 1974 (Tourismusbüro, Gemeindeamt, Sozial- u. Gesundheitssprengel)
Feuerwehrhaus mit Musikheim: erbaut 1990 - 1992
Kindergarten mit Landesmusikschule und Schießstand: erbaut 1995/96
Sportzentrum: erbaut 1995 - 1997
Seit 1978 besteht ein Flächenwidmungsplan und seit 1997 ein Raumordnungskonzept für das gesamte Gemeindegebiet (Planungszeitraum 10 Jahre).
Der digitale Franziszeische Kataster |
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